onkia Veronika Kilcher

SWISSplannerCON - Regula Stucki / Interview

Interview Regula

Wie bist du zu Art Journaling gekommen?

Bücher die leben, Überraschungen offenbaren, Ungewohntes enthalten und sich «ausserhalb der Norm» befinden haben mich immer schon fasziniert. Vor 6 Jahren bin ich dann quasi aus einer Notlage hinaus zum Art Journaling gekommen. Meine Alben waren mir zu brav und ich suchte eine Möglichkeit, meine Kreativität wieder in Fluss zu bringen. Ich erhielt ein leeres Buch geschenkt und setzte mir zu Aufgabe, jeden Tag eine Seite zu gestalten. Irgendwie. Zu schreiben, zeichnen, malen, kleben – ohne etwas «Schönes» gestalten zu wollen. Einfach um ins Tun zu kommen. Ich merkte bald, dass ich mir in diesem Buch alle Freiheiten herausnehmen durfte. Ich konnte es ja schliessen und es war nur für meine Augen bestimmt. Aus einer Seite pro Tag wurde eine Doppelseite, dann zwei, dann kam ein zusätzliches Buch in einem anderen Format dazu und seither sind unzählige Art Journales, Zines und Faltbücher entstanden. Der entscheidende Schritt für mich es, die Kontrolle aufzugeben, Risiken einzugehen und das eigene Unperfektsein lieben zu lernen.

Warum tritts du an der SPC als Speakerin auf?

Ich durfte schon im letzten Jahr mit dabei sein. Das Zusammenkommen von so vielen kreativ und künstlerisch interessierten und tätigen Frauen war wunderbar. Für mich war es beglückend und berührend zu erleben, dass ich mit meinen Art Journals und meiner Arbeitsweise andere inspiriere und motiviere, ebenfalls mit Unbekümmertheit Bücher vollzukleben, zu bemalen und mit grosser Freiheit das aufzuschreiben, was eh im Kopf rumgeistert.
Meine Art Journals enthalten Geschichten. Auch Visionen, die durchs bildnerische Umsetzen eine Form erhalten und dann sogar Realität geworden sind.

Was erwartest du von der SPC?

Ich freue mich darauf, die Teilnehmerinnen vom letzten Jahr wiederzusehen und neue Frauen kennenzulernen. Ich bin neugierig auf Techniken, Materialien und darauf, was die anderen so machen. Zudem freue ich mich jetzt schon auf den Goody Bag und das gute Essen.

Was dürfen die Teilnehmer an deinem Workshop erwarten?

Sie dürfen sich bei meinem Vortrag zurücklehnen, zuhören und zuschauen und sich hoffentlich von meiner Begeisterung anstecken lassen. Wenn sie selber plötzlich den Impuls erhalten, ein altes Buch in die Hand zu nehmen, die Seiten mit Gesso zu grundieren und dann mit dem Material, das ihnen bereits zur Verfügung steht (Farben, Stifte, Leim, Schere, Papier usw.) einzutauchen, habe ich mein Ziel erreicht.
An meinem Tisch lasse ich sie gerne in meinen Art Journals und Zines (Faltbüchern) stöbern, präsentiere mein Kursangebot und gebe Auskunft über Techniken und Materialien.

Was sind deine Lieblingsprodukte im Zusammenhang mit Art Journaling?

Ich arbeite am liebsten mit Materialien, die mir gerade zur Verfügung stehen. Das ist je nachdem, ob ich auf Reisen bin, in meiner Küche stehe oder im Atelier arbeite ganz anders. Wichtig ist sicher Gesso zum Grundieren und Abtönen, Gel Medium zum Collagieren und dann Farben, die ich gerade zu Hand habe. Ein paar Malstifte, Acrylfarben, Tusche, ja sogar ein gebrauchter Teebeutel lassen sich wunderbar verwenden. Ich arbeite gerne mit Schablonen, sticke, stanze und ergänze mit Papier aus alten Büchern, Katalogen und von Verpackungen.

Gibt es Bücher, die du zum Thema Art Journaling empfehlen kannst?

Ich habe viele Bücher durchgeblättert und mir You tube-Filmchen angeschaut. Schlussendlich geht es aber darum, die eigenen Stimme und den eigenen Stil zu finden und zu entwickeln. Ich rate deshalb dazu, das «learning by doing» zu praktizieren, aus Fehlern Neues zu lernen, sich mit Freundinnen zusammen zu setzten und gemeinsam zu arbeiten, Workshops zu besuchen und sich selber die Freiheit zu gestatten, immer wieder Neues auszuprobieren.

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